Die Franciacorta-Methode ist das Ergebnis der Kunst, seit Generationen überliefertes handwerkliches Wissen harmonisch mit modernsten Technologien zu verbinden. Die Tradition wird von Generation zu Generation an Weinmacher weitergereicht, die sehr engagiert und immer bereit sind, jeder einzelnen Flasche ihre Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Herstellungsmethode des Franciacorta-Weins wird durch strenge und präzise Vorschriften reglementiert, die die hohe Qualität der Weine sichern und die Produktionsbasis für das Franciacorta-Schutzkonsortium und seine Mitglieder darstellen. Sie arbeiten ausschließlich mit edlen Rebsorten, Handlese, natürlicher Flaschengärung und langsamer Reifung und bauen den Wein auf der Hefe liegend über einen Zeitraum von mindestens 18 aus; bei den Millesimati sind es 30 und den bei den Riserva-Weinen sogar 60 Monate.

Die Trauben

Franciacorta wird aus Trauben der Sorten Chardonnay, Pinot Nero und Pinot Bianco hergestellt, wobei die beiden letztgenannten nur bis zu einem Anteil von höchstens 50% zugelassen sind. Die Weinberge der Franciacorta haben einen Ertrag von maximal 100 Doppelzentner Trauben pro Hektar. Sie werden je nach Jahrgang zwischen der ersten August- und der ersten Septemberdekade ausschließlich von Hand gelesen, sorgfältig in Kisten gelegt und in die Kellerei transportiert, wo die Ernte jedes einzelnen Weinbergs getrennt vinifiziert wird. Damit nur der beste Teil des Mostes abläuft, werden die Trauben sanft gepresst. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Grundweine von höchster Qualität sind.

Das Pressen

Durch das sanfte Pressen der Trauben erhält man den Vorlaufmost für die Herstellung der Franciacorta-Basisweine, aus denen im Frühjahr die Cuvée komponiert wird. Nach sorgfältiger Verkostung verschiedener Jahrgänge bestimmt jeder Erzeuger den jeweiligen Anteil der einzelnen Franciacorta-Basisweine an seiner Cuvée – je nach Geschmacksrichtung, die er seinem Franciacorta verleihen möchte.

Die Tirage

Unter Tirage-Abfüllung versteht man die Zugabe des sogenannten Tirage-Likörs und der Hefen zu den Basisweinen (Cuvées). Bei der dadurch in Gang gesetzten zweiten natürlichen und langsamen Gärung entwickelt sich Kohlensäure. Der in der Flasche entstehende Druck steigt bis auf 6-7 bar an.

Die Flaschengärung

Die mit einem Metallkronkorken versiegelten Flaschen werden in den Kellereien über einen langen Zeitraum horizontal gelagert. In diesen Monaten nach der Gärung (Schaumbildung) entwickelt der Franciacorta während der Hefesatzlagerung sein besonderes Geschmacksprofil und bildet sein komplexes Bouquet von Aromen aus.

Je nach Dauer des Verbleibs auf der Hefe in der Flasche unterscheidet man die folgenden Franciacorta-Typen:

  • Franciacorta (non millesimato/kein Jahrgangswein): mindestens 18 Monate
  • Franciacorta Satèn und Franciacorta Rosé (non millesimato/kein Jahrgangswein): mindestens 24 Monate
  • Franciacorta Millesimato, Franciacorta Millesimato Satèn und Franciacorta millesimato Rosé (millesimato/Jahrgangswein): mindestens 30 Monate
  • Franciacorta Riserva, Franciacorta Riserva Satèn, Franciacorta Riserva Rosé: mindestens 60 Monate.

Rütteln und Dégorgement

Nach der Veredelung werden die Flaschen auf spezielle Rüttelpulte gesetzt (frz.: Pupitres), täglich um eine 1/8-Drehung gewendet und schrittweise schräg nach unten geneigt, um das Hefesediment über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen in Richtung Flaschenhals zu bewegen.

Durchgeführt wird dieses besondere Drehverfahren, das als Rütteln oder Remuage bezeichnet wird, von Fachkräften, die jeweils bis zu 15.000 Flaschen am Tag drehen.

Wenn der lang erwartete Moment des Degorgierens gekommen ist, werden die Flaschen in eine vertikale Position gebracht und mit dem Hals in eine Kühlflüssigkeit getaucht. Dadurch bildet sich ein Eispropfen, der die Feststoffe der Hefeablagerungen vollständig einschließt. Nach dem Entfernen des Metallverschlusses werden die gefrorenen Ablagerungen durch den Innendruck heftig ausgestoßen, wobei nur eine geringe Menge Wein verloren geht.

Um das Volumen wieder auf das anfängliche Niveau zu bringen, wird bei den Franciacorta-Weinen, denen kein Zucker zugegeben wird (Pas Dosé), eine geringe Menge Weins nachgefüllt. Bei den anderen Geschmacksrichtungen wird eine aus Franciacorta-Basiswein und Zucker bestehende Fülldosage hinzugegeben, die so bemessen ist, dass dadurch die jeweilige Geschmacksrichtung eines Franciacorta-Weins – also Dosaggio Zero, Extra Brut, Brut, Extra Dry, Sec oder Demi-sec – bestimmt wird.

Zuletzt werden die Flaschen mit dem klassischen Pilzkorken verschlossen, der mit dem typischen Metallgitter verankert wird. Nach dem Verkorken erhält jede Flasche Franciacorta-Sekt ein Zertifikat des italienischen Staats in Form eines Siegels oder einer Banderole, das die DOCG-Bezeichnung bestätigt. Es wird erst ausgegeben, wenn der Wein von der klinisch-physischen bis zur organoleptischen Analyse sämtliche Qualitätskontrollen bestanden hat. Auf dieser Kennzeichnung sind das Qualitätssiegel „Franciacorta Denominazione di Origine Controllata e Garantita“, ein einheitlicher alphanumerischer Code, das Flaschenvolumen sowie das Logo des Konsortiums mit dem zinnengekrönten „F” aufgedruckt.

Dosage

Die verschiedenen Geschmacksrichtungen der Franciacorta-Sekte unterscheiden sich durch die unterschiedlichen Mengen an Versanddosage (Zugabe von in Wein gelöstem Zucker), die nach dem Degorgieren hinzugefügt werden und den Weinen ganz spezifische und besondere Eigenschaften verleihen.

  • Non Dosato (bis 3 g/l Zucker, natürlicher Restzucker des Weins) – der trockenste der Franciacorta-Weine
  • Extra brut (bis 6 g/l Zucker) – sehr trocken
  • Brut (bis 12 g/l Zucker) – trocken, im Vergleich zum Extra brut aber weicher, der Allrounder im Franciacorta-Sortiment
  • Extra dry (12-17 g/l Zucker) – weich, mit etwas mehr Dosage als der klassische Brut, eignet sich als Begleiter für viele verschiedene Gerichte
  • Sec oder Dry (17-32 g/l Zucker) – weniger trocken und leicht süffig
  • Demi-sec (33-50 g/l Zucker) – wegen der recht hohen Dosage süffig im Geschmack, passt gut zu Süßem